Peptid-Lexikon

Langlebigkeit

Epithalon

Synthetisches Tetrapeptid aus russischer Alterungsforschung.

Was ist das Peptid?

Epithalon (auch Epitalon) ist ein synthetisches Tetrapeptid (Ala-Glu-Asp-Gly), entwickelt von der russischen Arbeitsgruppe um Vladimir Khavinson am St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie. Es soll dem Peptidhormon der Zirbeldrüse (Epithalamin) nachempfunden sein.

Wie funktioniert es?

In Zellstudien wird eine Aktivierung der Telomerase und damit ein Einfluss auf die Telomerlänge beschrieben. Diskutiert werden zudem Effekte auf Melatoninrhythmus, Immunsystem und antioxidative Signalwege.

Aktueller Forschungsstand

Die Datenlage stammt fast ausschließlich aus einer einzigen Forschungsgruppe in Russland über mehrere Jahrzehnte. Unabhängige internationale Replikationen sind sehr begrenzt. Publikationsqualität und Studiendesign sind teilweise kritisch zu bewerten.

Studien am Menschen
  • Khavinson et al.: Langzeitbeobachtungen an älteren Patienten (bis zu 12 Jahre) berichten von reduzierter Sterblichkeit. Kritisch: Studienqualität und Vergleichsgruppen unzureichend dokumentiert.
  • Kleinere Studien an Patienten mit Retinitis pigmentosa mit berichteter Sehverbesserung.
Tierstudien
  • Ratten- und Mäusestudien der Khavinson-Gruppe: verlängerte Lebensspanne, reduzierte Tumorbildung.
  • Zellkulturen: Aktivierung der Telomerase in somatischen Zellen.
Erfahrungsberichte

Im Anti-Aging-Bereich wird Epithalon häufig genannt. Anwender berichten anekdotisch von verbessertem Schlaf und subjektiv besserem Wohlbefinden. Diese Berichte sind wissenschaftlich nicht kontrolliert.

Zulassungsstatus nach Ländern
Land / RegionStatusIndikation
RusslandZugelassenAls bioregulatorisches Präparat (nicht mit westlichen Zulassungen vergleichbar)
EU/USANicht zugelassenKein zugelassenes Arzneimittel
DeutschlandNicht zugelassenNicht verkehrsfähig als Arzneimittel
Ausgewählte Studien
  • Khavinson et al. – zahlreiche russische Publikationen
Risiken und offene Fragen

Langzeitsicherheit und Wirksamkeit international nicht belastbar belegt. Theoretisches Risiko der Telomeraseaktivierung im Kontext maligner Zellen wird diskutiert.

Häufig gestellte Fragen
Verlängert Epithalon das Leben?+

Diese Aussage stützt sich auf russische Studien, die international nicht ausreichend repliziert wurden.

Ist Epithalon in Deutschland zugelassen?+

Nein, in der EU besteht keine Arzneimittelzulassung.

Quellen

Wissenschaftlicher Hinweis

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